Camillo Bruni

Allô service-public 3939

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Heute hatte ich eine äusserst amüsante Plauderstunde mit Frankreichs bester Telefon-Hotline. Da ich zwingen eine Bestätigung brauche, dass ich in Lille leben um die Schweizer Behörden zufrieden zu stellen, war ich vor einiger Zeit auf der Präfektur, die für allerlei öffentliche Bürokratie zuständig ist. Da morgens, gelang ich erstaunlich schnell zum Schalter, und wurde ebenso rasch wieder nach Hause geschickt. Meine Aufenthaltsbewilligung wollten sie mir nicht geben, da ich diese als Schweizer nicht nötig habe, äusserst praktisch.

Heute musste ich dieser Sache jedoch weiter nachgehen, die Berner Steuerbehörden sind da ganz pingelig. Ich weiss zwar nicht was die logischen Schritte dahinter sind, aber ich denke es ist eher seltsam sich in einer ausländischen Botschaft anzumelden, was notabene nur geht, wenn man sich vorher auf der Gemeinde abmeldet, um mit meinem bescheidenen Lohn die Schweizer Steuern zu hintergehen (das macht man doch eher im grösseren Stil auf der Bank, das ist deutlich einfacher).

Item, jedenfalls habe ich um mich zu erkundigen nach einer Telefonnummer gesucht, da dies schneller geht als auf die Gemeinde hier zu radeln. Und siehe da, Frankreich hat eine offizielle Hotline zu jeglichen Fragen bezüglich dem Service Public, praktisch sowas. Das ganze nennt sich, “Allô Service Public” und ist unter der einfachen Nummer 3939 erreichbar (da kommt mir wieder die tumme Swisscom in den Sinn, von deren offizielles 111-Nummer ich keinen Ahnung habe). Das ganze kommt eher wie ein Spielzeug denn eine offizielle Hotline daher. Im Zehn Sekundentakt wird man anfänglich darauf hingewiesen, dass es bis zur Entgegennahme noch weniger als Zwei Minuten dauern werde. Nach dem Problembeschrieb, wird man wieder in die Musikschlaufe geschickt, diesmal mit fröhlicher wir-tragen-gerade-Ihre-Informationen-zusammen-haben-Sie-etwas-geduld-Musik, Spass macht das zuzuhören. Die Madame wusste leider auch nicht weiter, deshalb wurde ich mit einiger Verzögerung zu einer Auslandexpertin durchgestellt. Mein Problem wurde schnell verstanden, die Antwort forderte jedoch meine französisch Kenntnisse arg heraus. Eine unglaubliche Anzahl französischer Laute schoss aus meinem Natel, verzerrt durch einige Kilometer Mobilfunkübertragung. Die verstand wohl die wichtigsten Worte, ich bräuchte keine Aufenthaltsbewilligung und eine Bestätigung Seitens der Gemeine werde nicht immer ausgestellt. So geht dass.

Geschrieben von camillobruni

2011-28-03 um 09:54

Veröffentlicht in Uncategorized

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