Archiv für Januar 2011
TGVélo
Bern Lille zum zweiten. Da ich mir ohne Velo ziemlich eingeschränkt fühle muss ein Velo her, oder besser hin auf Lille. TGVs haben praktischerweise ein eigenes Veloabteil ganz gemütlich im Getriebewagen direkt hinter den röhrenden Motoren. Jedoch muss dazu noch ein spezielles Veloticket her, was nur zusammen mit dem normalen Reiseticket verkauft wird – umschreiben geht nicht. Verpackt in einer Tasche reisen Velos dann ganz praktisch mit, ohne Aufschläge.
Morgens mit dem Velo an den Bahnhof – einpacken – TGV nach Paris fahren lassen – auspacken – Gare du Nord – einpacken – Lille Europe – auspacken – ankommen. Und entgegen meiner Annahme eignet sich Paris ziemlich gut zum Velo fahren. Entweder ist ein kleiner Velostreifen auf Trottoirhöhe vorhanden oder die Strassen sind so breit, dass die Autos sich nicht neben einem mühsam durchquetschen müssen wie dies in Bern der Fall ist. Da ich das Velo direkt auf dem Perron am Gare de Lyon entpacken konnte, musste ich nicht einmal mühsam mein ganzes Gepäck durch die Ankunftshalle schleppen, sonder konnte alles am Gepäckträger festbinden. Nicht ganz so schnell wie gewohnt fuhr ich gen Gare du Nord, alles praktisch ausgeschildert. Dort kann man direkt wieder in die Ankunftshalle rollen und mit dem Einpacken beginnen. Die nötige Anstellfläche, nicht allzu schmuddlig, fand ich an einem Windschutz einer Bar. Einige Handgriffe später ist das Gefährt eingepackt, ziemliche Alibi-Übung. Da die fahrt mit aus- und einpacken nur rund 30 Minuten gedauert hat muss ich mich mal wieder mit Leute beobachten beschäftigen. Diesmal keine Terrorwarnungen mehr, die brauchen wahrscheinlich auch mal Ferien vom vielen Bomben bauen. Jedoch scheinen die Bettler die Neujahrstouristen zu mögen. Warnungen werden verkündet, dass es doch so gewisse Personen im Bahnhof gäbe die Geld von einem verlangen. Diese seien doch bitte zu ignorieren und dem Bahnhofspersonal zu melden, worauf diese entfernt würden.
Ankunft des Zuges – bekanntgabe der Gleisnummer – endlich – Gewusel – Rucksack, Tasche und Velo geschultert – Ticket nur gültig für genau einen Zug an diesem bestimmten Tag der Komplettheit halber gestempelt – Perronkontrolle passiert.
Nachdem ich mein Gepäck in meinem Abteil verstaut hatte wollte ich noch mein Velo abschliessen. Doch Dank der äussert toll konstruierten Halterung – hier nochmals tausend Dank an Kryptonite – stauchte ich mir ziemlich schmerzvoll den Daumennagel beim herausmurksen des Schlosses.
Nun sitze ich nach meiner ersten Fahrt vom Studentenheim zur Uni in meinem wohlklimatisierten Büro. Ich freu mich schon darauf mein Velo in die Tiefgarage zu fahren. Es gibt nämlich keinen separaten Eingang sonder nur die Haupttore für die Autos
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