Varia
Gestern hab ich mich für ein weiteres Semester an der Uni eingeschrieben. Ein Onlineformular es gibt, toll ich dacht, weit daneben geleg… Nun um das Studium ein weiteres Jahr zu verlängern sind alle, wirklich ALLE, Dokumente notwendig welche auch schon bei der ersten Immatrikulation nötig waren. Konkret heisst das, dass man ein einseitiges Onlineformular ausfüllt um dann einen Brief mit den nötigen Schrieben and die Abteilung „Inscription en-ligne“ der Immatrikulationsdienste schickt, mo mou fei e chly online und digital das Zügs
Heute habe ich zum ersten mal das Tram in Lille benutzt. Ich war noch kurz am zweifeln ob ich nun doch nicht lieber mein Velo benutzen sollte, hab mich dann doch fürs Tram entschieden. Auf dem Rückweg waren etwas komische Warnmeldungen auf den Monitoren in der Station zu sehen, nicht weiter schlimm. Nach 20 Minuten warten hat eine schwache Knisterstimme aus dem Lautsprecher verkündet, nur schwer verständlich, dass die Trams wohl nicht mehr fahren werden, man solle doch bitten einen Bus nehmen. Oukey, raus aus der Station und Richtung Zentrum laufen. Ein angeheitertes Paar hat dann kurzerhand mich und eine wartenden Französin zusammengetrommelt um zusammen „heim“ zu gehen. In ihrem Falle zu einem nächtlichen Gelage in der Cha-Cha Bar
. Mit Joint und Zigis am leben gehalten waren die Beiden äusserst unterhaltsam, doch mangels Französischtraining etwas schwer verständlich. Halbwegs Richtung Bahnhof hats dann noch in fetten Tropfen angefangen zu Regnen, anfangs irrtümlicherweise für Vogelscheisse gehalten…. Das Paar verabschiedete sich und ich lief die letzten Strassen mit der Studentin nach Hause, begleitet von einem Interessanten Gespräch über die Unterschiedlichen Verhaltensweisen von Frankreich und der Schweiz bezüglich der Atomfrage, très interessant et bonne nuit.
Le Pavé
Am Sonntag war Paris-Roubaix. Da werden mehr oder weniger spassige 250km von Paris ins nahegelegen Roubaix gefahren. Spezialität: Die rund 50km Pflastersteinstrassen. Und da ist nicht die Rede von unserem edlen Berner Altstadtsteinen, nein, das sind kleine, kaum Wagenbreite Landstrassen von unangenehmer Qualität. Nun, die zweitletzte Holperpiste befindet sich rund 5km von meiner Unterkunft. Bei bestem Wetter habe ich mich zu einer Gruppe Belgiern und einigen Franzosen an eine S-Kurve gesetzt. Danach hiess es Autos zählen, zuerst nur spärlich, dann immer dichter werden. Angefangen von einigen Organisatoren-Autos, über die mickrige Werbe-Karawane, bis zu den zig Teamwägen, beladen mit edlen Rennvelos. Den Beginn des Rennens habe ich am Fernsehen verfolgt, dort ging es noch mit ziemlichen Tempo vorwärts. Als dann die ersten Ausreisser eintrafen war das Tempo schon deutlich reduziert und ich fühlte mich an die Karikaturen aus les Tripplettes de Belleville erinnert. Mit staubigen Gesichtern, geöffneten Mündern und teilweise arg mitgenommenen Trikots wurden die letzten Kilometer erkämpft, darauf erpicht jede Möglichkeit zu nutzen dem ermüdenden Geschlottere auszuweichen. Mitunter wird dann auf einem schmalen Streifen Naturbelag zwischen Pflastersteinen und Strassengraben gefahren, und das mit Rennveloreifen. Nach und nach dünnten sich Fahrer aus, noch einmal eine Horde wild-rasender Teamwägen und dann eine weile mal nichts. Die ungeduldigen Zuschauer machten sich schon auf den Weg und stopften und machte mehr oder weniger gefährliche Manöver notwendig. So 10 Minuten nach dem Feld kämpften sich die letzten erschöpften Fahrer durch die johlenden Zuschauer, immerhin ein Trost.
Am Abend bin ich dann auch noch auf eine kleine 30km Tour los, welche wieder kurz nach Belgien führen sollte. Unterwegs bin ich unwissentlich auf eine Kopfsteinpflasterstrasse gestossen. Nach 20 Metern konnte ich glücklicherweise auf einem schmalen geteerten Velostreifen fahren, eine Wohltat. Die Minute auf dem holprigen Untergrund reizte alle meine Muskeln, Juckreiz inklusive
. In Toufflers durfte ich mal wieder Bekanntschaft machen mit der ausserordentlichen Qualität der französischen Strassen. Ich fuhr mit etwas über 30km/h auf eine Teerkante mitten auf der Strasse, mit lautem metallischem Knall verabschiedete sich mein Pneu. Anfangs war ich noch erstaunt darüber, dass nichts passiert sei, doch nach einigen Metern rollte ich auf Felgen. Etliche Minuten mühsames Reifengeflicke später konnte ich so halbwegs weiterfahren. Meine Flickkünste waren nicht gerade Gold wert, und das übriggebliebenen Loch zerrte an meinen Nerven. 13 mal hatte ich mein Hinterrad behelfsmässig aufzupumpen um dann in einem Sprint nach wenigen hundert Metern wieder anzuhalten und von vorn zu Beginnen. Irgendwann bin ich dann doch noch zu Hause angekommen, Spass hat’s allemal gemacht
.
Allô service-public 3939
Heute hatte ich eine äusserst amüsante Plauderstunde mit Frankreichs bester Telefon-Hotline. Da ich zwingen eine Bestätigung brauche, dass ich in Lille leben um die Schweizer Behörden zufrieden zu stellen, war ich vor einiger Zeit auf der Präfektur, die für allerlei öffentliche Bürokratie zuständig ist. Da morgens, gelang ich erstaunlich schnell zum Schalter, und wurde ebenso rasch wieder nach Hause geschickt. Meine Aufenthaltsbewilligung wollten sie mir nicht geben, da ich diese als Schweizer nicht nötig habe, äusserst praktisch.
Heute musste ich dieser Sache jedoch weiter nachgehen, die Berner Steuerbehörden sind da ganz pingelig. Ich weiss zwar nicht was die logischen Schritte dahinter sind, aber ich denke es ist eher seltsam sich in einer ausländischen Botschaft anzumelden, was notabene nur geht, wenn man sich vorher auf der Gemeinde abmeldet, um mit meinem bescheidenen Lohn die Schweizer Steuern zu hintergehen (das macht man doch eher im grösseren Stil auf der Bank, das ist deutlich einfacher).
Item, jedenfalls habe ich um mich zu erkundigen nach einer Telefonnummer gesucht, da dies schneller geht als auf die Gemeinde hier zu radeln. Und siehe da, Frankreich hat eine offizielle Hotline zu jeglichen Fragen bezüglich dem Service Public, praktisch sowas. Das ganze nennt sich, „Allô Service Public“ und ist unter der einfachen Nummer 3939 erreichbar (da kommt mir wieder die tumme Swisscom in den Sinn, von deren offizielles 111-Nummer ich keinen Ahnung habe). Das ganze kommt eher wie ein Spielzeug denn eine offizielle Hotline daher. Im Zehn Sekundentakt wird man anfänglich darauf hingewiesen, dass es bis zur Entgegennahme noch weniger als Zwei Minuten dauern werde. Nach dem Problembeschrieb, wird man wieder in die Musikschlaufe geschickt, diesmal mit fröhlicher wir-tragen-gerade-Ihre-Informationen-zusammen-haben-Sie-etwas-geduld-Musik, Spass macht das zuzuhören. Die Madame wusste leider auch nicht weiter, deshalb wurde ich mit einiger Verzögerung zu einer Auslandexpertin durchgestellt. Mein Problem wurde schnell verstanden, die Antwort forderte jedoch meine französisch Kenntnisse arg heraus. Eine unglaubliche Anzahl französischer Laute schoss aus meinem Natel, verzerrt durch einige Kilometer Mobilfunkübertragung. Die verstand wohl die wichtigsten Worte, ich bräuchte keine Aufenthaltsbewilligung und eine Bestätigung Seitens der Gemeine werde nicht immer ausgestellt. So geht dass.
Varia
Nun finde ich doch noch mal Zeit etwas zu schreiben. Die letzten Wochen waren etwas stressig
. Mittlerweile habe ich mich in Lille etwas eingelebt und verfalle langsam dem Alltagstrott, es gibt jedoch zahlreiche Anekdoten und Details die’s zu erzählen gilt.
Master
Bis vor ziemlich genau zwei Wochen stand meine Doktorandenstelle noch auf recht wackligen Beinen. Da ich mit meiner Masterarbeit noch nicht ganz fertig war konnte ich hier in Lille noch nicht angestellt werden, ohne Master keinen Doktor, ganz simpel. Nun, meine Masterarbeit ist eigentlich schon seit geraumer Zeit fast gänzlich abgeschlossen. Ganz getreu dem Motto eines Ladebalkens benötigen die letzten wenigen Schritte ewix. Mit support von Bern und einigen Nachtschichten gelang es die Arbeit am letztmöglichen Termin in Bern abzugeben und Lille mit einem Schreiben genügend davon zu überzeugen, dass ich den Master bestehen werde. Dank der Schichtarbeit – tagsüber Korrekturen und Feedback aus Bern, nachts Umsetzung in Lille – geriet mein Tagesrhythmus um etwa 10h aus den Fugen
.
Velo
Entgegen anfänglichen Befürchtungen fährt sich’s ganz angenehm hier in Lille. Die rund 6km von der Studentenunterkunft zur UNI kann ich grösstenteils auf einem holprigen Veloweg zurücklegen. Im Allgemeinen unterscheidet sich der französische Autoverkehr vom schweizerischen zwei Punkten. Die Franzosen fahre bedeutend rücksichtsvoller, mit der Grundeinstellung, dass man vielleicht doch auch im Unrecht sein könnte. Das beinhaltet, dass auch Fussgänger und Velofahrer Verkehrsteilnehmer sind, und nicht wie in der Schweiz ein komisches Zwischending. Der zweite gewaltige Unterschied ist die Handhabe von Stoppstrassen. Denen wird in der Schweiz meistens keine grosse Bedeutung angemessen und oft wie die normalen „Drüeggli“ befahren. Hier jedoch stoppen mit Ausnahme einiger weniger Schweizer Velofahrer alle brav vor dem Stoppstreifen und fahren erst nach vollständigen Stillstand weiter. Dies sogar an Stellen welche vollkommen überschaubar sind, brav die Franzosen, brav.
Erfreut habe ich letzte Woche einen Vorschlag für Veloschnellrouten in Bern gelesen, etwas was hier in Nordfrankreich schon fast zutreffend ist. Mit schmunzeln musste ich auch die Reaktion der SVP lesen, welche dem Velo keine Sonderrechte zusprechen will. Nun ja, dem kann ich nur zustimmen solange dieselben den Autos auch abgetan werden. Ab auf die Autobahn, ich wollte schon immer mal über das Tiefenauviadukt radeln
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Roma
Bekanntlicherweise hat Paris seine Müh und Not mit den Romas in Frankreich. Auch hier in Lille finden sich einige Roma-“Siedlungen“. So auch auf dem UNI-Gelände. Gerade beim Eingang zum Campus finden sich einige Wohnwagen in einem kleinen Wäldchen. So wie’s scheint, sind die Roma ein grosses Tier in der Abfallwirtschaft Frankreichs. Das kleine Wäldchen ist zugedeckt von unbrauchbarem Sammelgut. Von weitem sieht das ganz nett aus, so nach Winterdecko, irgendwie. Die weissen Plastiksäcke haben einen nicht zu unterschätzenden Scharm (wie übrigens auch in Tunesien in der Wüste!). Dem morgendlichen Plastikbrand-Geschtank nach müssen die Dinger wohl auch als Heizmittel herhalten. Und auch hier wieder, zeigt sich der Plastiksack von seiner romantisch-künstlerischen Seite. Die Rauchschwaden verleihen dem abfalldekorierten Wäldchen eine träumerische Note. Das ganze könnte wohl von einem Terry Gilliam Streifen stammen (Der verschmutze Hinterhof aus „the imaginarium of doctor parnassus“). Zum Betteln werde wie üblich die Kinder auf die Metro oder die nahgelegen Kreuzung geschickt (vorteilhaft da viel Verkehr, Mittelinsel und lange Ampelperioden). Abends lungern die etwas älteren an den beiden Metrostationen der UNI herum. Normalerweise mit geschickter tränendrüsender Absicht auf Frauen gezielt. Wie immer wenn ich von fremdländischen mit der Absicht Geld einzustreichen angequatscht werde, antworte ich im freundlichsten Berndeutsch, dass ich doch eben kein französisch verstehe. Mit durchgreifendem Erfolg muss ich sagen, die meisten lassen ziemlich augenblicklich ab.
Die nächsten Wochen werde ich vor allem damit beschäftigen eine anständige Unterkunft zu finden. Den bisherigen Angeboten nach, sind die meisten WGs schon möbliert hier, nicht ganz meinem Wunsch entsprechend. Deshalb sehe ich mich nach einer Mietwohnung im Zentrum von Lille um.
grüess u bis gly
TGVélo
Bern Lille zum zweiten. Da ich mir ohne Velo ziemlich eingeschränkt fühle muss ein Velo her, oder besser hin auf Lille. TGVs haben praktischerweise ein eigenes Veloabteil ganz gemütlich im Getriebewagen direkt hinter den röhrenden Motoren. Jedoch muss dazu noch ein spezielles Veloticket her, was nur zusammen mit dem normalen Reiseticket verkauft wird – umschreiben geht nicht. Verpackt in einer Tasche reisen Velos dann ganz praktisch mit, ohne Aufschläge.
Morgens mit dem Velo an den Bahnhof – einpacken – TGV nach Paris fahren lassen – auspacken – Gare du Nord – einpacken – Lille Europe – auspacken – ankommen. Und entgegen meiner Annahme eignet sich Paris ziemlich gut zum Velo fahren. Entweder ist ein kleiner Velostreifen auf Trottoirhöhe vorhanden oder die Strassen sind so breit, dass die Autos sich nicht neben einem mühsam durchquetschen müssen wie dies in Bern der Fall ist. Da ich das Velo direkt auf dem Perron am Gare de Lyon entpacken konnte, musste ich nicht einmal mühsam mein ganzes Gepäck durch die Ankunftshalle schleppen, sonder konnte alles am Gepäckträger festbinden. Nicht ganz so schnell wie gewohnt fuhr ich gen Gare du Nord, alles praktisch ausgeschildert. Dort kann man direkt wieder in die Ankunftshalle rollen und mit dem Einpacken beginnen. Die nötige Anstellfläche, nicht allzu schmuddlig, fand ich an einem Windschutz einer Bar. Einige Handgriffe später ist das Gefährt eingepackt, ziemliche Alibi-Übung. Da die fahrt mit aus- und einpacken nur rund 30 Minuten gedauert hat muss ich mich mal wieder mit Leute beobachten beschäftigen. Diesmal keine Terrorwarnungen mehr, die brauchen wahrscheinlich auch mal Ferien vom vielen Bomben bauen. Jedoch scheinen die Bettler die Neujahrstouristen zu mögen. Warnungen werden verkündet, dass es doch so gewisse Personen im Bahnhof gäbe die Geld von einem verlangen. Diese seien doch bitte zu ignorieren und dem Bahnhofspersonal zu melden, worauf diese entfernt würden.
Ankunft des Zuges – bekanntgabe der Gleisnummer – endlich – Gewusel – Rucksack, Tasche und Velo geschultert – Ticket nur gültig für genau einen Zug an diesem bestimmten Tag der Komplettheit halber gestempelt – Perronkontrolle passiert.
Nachdem ich mein Gepäck in meinem Abteil verstaut hatte wollte ich noch mein Velo abschliessen. Doch Dank der äussert toll konstruierten Halterung – hier nochmals tausend Dank an Kryptonite – stauchte ich mir ziemlich schmerzvoll den Daumennagel beim herausmurksen des Schlosses.
Nun sitze ich nach meiner ersten Fahrt vom Studentenheim zur Uni in meinem wohlklimatisierten Büro. Ich freu mich schon darauf mein Velo in die Tiefgarage zu fahren. Es gibt nämlich keinen separaten Eingang sonder nur die Haupttore für die Autos
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La piscine
Laut Internet gibt es ein Schwimmbad ganz in der Nähe der Uni. Nach kurzem Fussmarsch angelangt konnte ich, wahrscheinlich meines Accents wegen, ohne nachfragen vom reduzierten Anwohnerpreis profitieren, 2 Euros. Drinnen angelangt suchte ich zuerst einmal vergebens nach etwaigen Garderobenschränken. Da Kabinen zu Haufe ungenutzt rumstanden entschied ich mich halt doch umzuziehen. Umständlich mit Kleidern, es ist ja Winter, folge ich einem andern Badbenutzer zur Vestière. Zwei Damen nehmen einem da die Kleider entgegen, nur nacht Vorweisen des Eintrittbillets. Obwohl man nun nur rund 10m vom Eingang entfernt ist. Um dieses Stückchen Papier besser zu finden legte ich vorläufig alle Kleider auf den Tresen. Etwas entnervt machte die Dame mir klar, dass dies so nicht gehe, akzeptierte meine Entschuldigung, dass ich das erste mal hier sei jedoch mit einem Schmunzeln und hielt mir einen „Kleiderbügel“ hin. Nun ein Kleiderbügel für alles, Schuhe, Hosen, Hemd und Jacke gehört da drauf. Abgegeben erhält man ein leicht feuchtes Band mit Nummer entgegen. Weiter zur Dusche mit praktisch vorgewärmtem Wasser aber fehlender Ablage für Shampoo oder ähnliches. Das Bad ist getrennt durch eine grosse Rutsche in eine Plansch- und einen Schwimmbereich. Das Wasser schmeckt lau und ist etwas Trübe jedoch gut geeignet zum Schwimmen. Beim rausgehen sollte ich eigentlich schon alles Begriffen haben, jedoch erlaubte ich mir die Kleider am Tresen vom Bügel zu nehmen, was natürlich noch zu früh war – verwunderte Blicke. Erst beim Verlassen der Kabine sehe ich links und rechts vom Eingang die Kleiderbügel hängen
– fürs nächste mal. Beim zurück gehen bemerke ich noch die Beachbar mit Blick auf den Pool. Noch ganz im Stil der späten Siebzigern eingerichtet kann man da an der Bar sitzen und ins Blaue starren.
A la prochaine.
Anders
Nach einer guten Woche in Lille bemerke ich langsam die Unterschiede zum Berner Alltag.
- Kinder haben keine Schulsäcke aber mini/micro Rollköfferchen (gibt’s auch mit Blinkrädchen)
- und die Kinder werden praktisch ausnahmslos von Eltern hingebracht, am liebsten mit dem Auto
- Morgens im Büro wird man mit Händedruck begrüsst
- An der Kasse lässt man sich keineswegs stressen, zuerst wird gemütlich eingepackt danach gezahlt.
- In Nordfrankreich wird nicht nur Baguette gegessen, im Gegenteil, die Auswahl an (vorgeschnittenen) Spezialbroten ist beindruckend
- In Frankreich gibt’s keine EC Karten, das Teil heisst hier Carte Bleue und funktioniert nicht im Ausland
- Sind in Frankreich Ferien dann läuft gar nix mehr, denn praktisch Alle verreisen hier, möglichst gen Süden
An den allabendlichen Radau von nebenan hab ich mich nun schon gewöhnt (meisten Fussballmatch und junge Männer in den höchsten Lagen kreischend und lachend). Mit meinem bescheidenen Kochgeschirr, eine Pfanne, Schnitzer und Rüster, ein Suppenteller, Besteck lässt sich schon fast ansenhlich (mit zwei n, wusst’ ich nicht
) kochen.
Anbei meine Legobüropflanze – jeden Tag aufs neue.
Arrivée à Lille
Bis jetzt habe ich die Pariser Metro immer sehr geschätzt doch ich muss sagen mit übermässig viel Gepäck läuft’s sich nicht so gut in den engen rolltreppenlosen Gängen. Dank äusserst grosszügig bemessenen 1.5h Umsteigzeit hat sich die Verspätung von 20min nicht gross bemerkbar gemacht. Angekommen am Gare du Nord hiess es mal wieder unter hunderten von anderen Reisenden warten bis die Gleisnummer berechnet wurde. Anscheinend geht das nur bis 10min vor Abfahrt. Jedenfalls gab’s genügend zu beobachten. Da war die Frau die sich lauthals über das SNCF Personal bei der unbeteiligten Pralinenverkäuferin beschwert, der vermeintlich Stumme der sich mit Pfiffen Zigaretten ergattert oder die zahlreichen Militärs die ziemlich bewaffnet nacht dem Terroristen fanden. Auch wurde wiederholt darauf hingewiesen sein Gepäck tunlichst nicht alleine zu lassen, es würde sonst zur Sicherheit aller entfernt.
In Lille sollte’s mit der Metro weitergehen, doch leider funktionieren die Ticketautomaten am neuen TGV Bahnhof nur mit Münz. Kurzerhand wurde mir die erste Fahrt von einer Frau spendiert, merci! Bei der Wahl für die Unterkunft wurde mir das modernere Gebäude nahegelegt, was ich auch brav befolgte. Bei der Ankunft stellte sich heraus, dass ich dabei die Wahl hatte zwischen 60ern und späten 70ern
was die folgenden Fotos aus meinem Zimmer verdeutlichen.
In der ersten Woche schneite es verhältnismässig viel was zwar mit maximal 5cm Schnee nicht wahnsinnig viel ist, aber dennoch genug um den Verkehr in Lille durcheinander zu bringen. Die folgenden Fotos sind zu Beginn meiner Jogging-Runde geschossen. Die erste Runde startete ich mitten in der Nacht aufs Grat los in den Wald. Am Ende des Lac du Heron verlief ich mich irgendwo im Dickicht und endete in einer Sackgasse, zurück ging’s dann etwas weniger Wild auf Quartiersträsschen.























